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Beurteilungskompass

Analysieren und bewerten

Woran messe ich eine Leistung, und wie komme ich zu einer fairen Bewertung?

Von Informationen zu einer fairen Bewertung

Aus erhobenen Informationen wird nicht automatisch eine Bewertung. Dazwischen liegt ein begründetes Einschätzen: Die Informationen werden interpretiert und – anhand einer bewusst gewählten Bezugsnorm und transparenter Kriterien – eingeordnet. Mehrere Schritte sichern dabei die Fairness.

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Schritt 1: Interpretieren und einordnen

Erhobene Informationen deuten, bevor daraus eine Bewertung wird – begründetes Einschätzen statt mechanisches Messen.

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Schritt 2: Bezugsnorm bewusst wählen

Sach-, Individual- oder Sozialnorm? Für Kompetenzorientierung meist die Sachnorm, ergänzt durch die Individualnorm für den Lernfortschritt.

Werkzeug: Bezugsnorm bewusst wählen
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Schritt 3: Kriterien und Gewichtung transparent

Wenige beobachtbare Kriterien in einem Raster; vorab festlegen und kommunizieren, wie stark sie in die Gesamtbewertung einfliessen.

Werkzeug: Ein Beurteilungsraster erstellen
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Schritt 4: Verzerrungen und Zugang prüfen

Typische Beurteilungsfehler kontrollieren und den Nachteilsausgleich mitdenken, ohne das Anspruchsniveau zu senken.

Werkzeug: Typische Beurteilungsfehler vermeiden

Faire, nachvollziehbare Bewertung

Ein begründetes Urteil anhand transparenter, vorab kommunizierter Kriterien – nachvollziehbar für Lernende und Eltern.

Bewerten ist kein mechanischer Messvorgang, sondern ein begründetes Einschätzen anhand transparenter Kriterien.

Aus erhobenen Informationen wird über mehrere fairnesssichernde Schritte – Interpretation, bewusste Bezugsnorm, transparente Kriterien und die Prüfung von Verzerrungen und Zugang – eine begründete, nachvollziehbare Bewertung.Nach Lötscher, Naas und Roos: Kompetenzorientiert beurteilen, 2. Auflage 2023, bearbeitet.
Aus erhobenen Informationen entsteht eine faire Bewertung in mehreren Schritten: Die Informationen werden interpretiert und eingeordnet, eine Bezugsnorm wird bewusst gewählt, Kriterien und ihre Gewichtung werden transparent gemacht, und Beurteilungsfehler sowie der Nachteilsausgleich werden geprüft. So entsteht ein begründetes Urteil anhand transparenter Kriterien, kein mechanisches Messen.

So gehst du vor

  1. Bezugsnorm bewusst wählen: Kläre vor der Bewertung, ob Sach-, Individual- oder Sozialnorm zum Zweck der Beurteilung passt – und kommuniziere das.
  2. Kriterien statt Bauchgefühl: Nutze ein vorbereitetes Raster mit wenigen, beobachtbaren Kriterien statt einer pauschalen Gesamteinschätzung.
  3. Gewichtung transparent machen: Lege fest, wie stark einzelne Kriterien in die Gesamtbewertung einfliessen, und kommuniziere dies vorab.
  4. Beurteilungsfehler prüfen: Kontrolliere dich selbst auf typische Fehlerquellen (z. B. Vergleich mit vorheriger Schülerin, Tagesform, Sympathie).
  5. Nachteilsausgleich mitdenken: Prüfe bei diagnostizierten Beeinträchtigungen, was der fachliche Kern der Aufgabe ist und wo eine Anpassung des Zugangs möglich ist, ohne das Anspruchsniveau zu senken.

Was heisst das für unsere Schule?

Uneinigkeit über Bezugsnormen ist eine der häufigsten Ursachen für als ungerecht empfundene Beurteilung. Eine Team-Vereinbarung, wann welche Norm gilt, schafft hier spürbar mehr Fairness und Nachvollziehbarkeit für Eltern.

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