Naturwissenschaften · Zyklus 3 · Erkenntnisgewinnung / Argumentieren
Argumentieren im Naturwissenschaftsunterricht beurteilen
Christoph Gut, Josiane Tardent · Beurteilungsfunktion: formativ, summativ
Abgedeckte Phasen: Beobachten und befragen, Analysieren und bewerten
Steckbrief
Naturwissenschaftliches Argumentieren ist eine Basiskompetenz der Erkenntnisgewinnung (scientific literacy). Am Hundsgrotten-Problem — warum sterben Hunde in einer Höhle, in der Kohlenstoffdioxid austritt? — entwickeln Schülerinnen und Schüler einer 9. Klasse Theorien und überprüfen sie mit einem Experiment. Das Fachbeispiel zeigt, wie sich diese anspruchsvolle Kompetenz mit einem Stufenraster (von der Vorstufe zur komplexen Argumentation) fair beurteilen lässt.
Durchlauf durch den Kreislauf
Beobachten und befragen
Zwei aufeinander aufbauende Lernaufgaben machen Argumentation sichtbar: Zuerst beziehen die Lernenden Stellung zu zwei konkurrierenden Theorien und begründen, welche das Phänomen plausibler erklärt. Dann generieren sie mit einem eigenen Versuch Evidenz und notieren ihre Argumentation im Lernjournal — ein reichhaltiger, diagnostisch ergiebiger Beurteilungsanlass, der weit über eine Faktenfrage hinausgeht.
Analysieren und bewerten
Ein differenziertes Stufenraster unterscheidet normative, analytische und dialektische Argumentation und beschreibt Qualitätsstufen von der blossen Behauptung bis zur mit Evidenz gestützten, gegen Einwände abgewogenen Argumentation. Solche Stufenraster (rubrics) lassen sich über eine ganze Lernphase einsetzen, ermöglichen Absprachen im Fachteam und dienen den Lernenden als Instrument, ihre Kompetenzentwicklung zu dokumentieren.
Genutzte Werkzeuge
Fachliche Grundlage: Christoph Gut, Josiane Tardent, Kapitel 7, Fachbeispiel Naturwissenschaften, in Lötscher, Naas, Roos (Hrsg.), Kompetenzorientiert beurteilen, hep 2023 — eigenständig bearbeitet und neu formuliert. Quelle & Lizenz (CC BY 4.0).