Lernkontrollen konstruieren
Passt zu: Beobachten und befragen
Was
Eine gut konstruierte Lernkontrolle prüft die Kompetenz, um die es tatsächlich geht – nicht nur, was am einfachsten zu korrigieren ist.
Wann einsetzen
Bei der Vorbereitung einer summativen Prüfung, idealerweise schon parallel zur Unterrichtsplanung, nicht erst kurz davor.
So geht's
- Gehe von den Lernzielen der Einheit aus, nicht vom Aufgabenformat, das dir gerade einfällt.
- Mische Aufgabenformate: geschlossene Aufgaben für abrufbares Wissen, offene Aufgaben für Anwendung, Begründung und Transfer.
- Prüfe jede Aufgabe auf Validität: Wird hier wirklich die Zielkompetenz sichtbar, oder eher eine Nebenfertigkeit (z. B. Lesetempo statt Fachverständnis)?
- Staffle den Schwierigkeitsgrad, damit auch schwächere Lernende Teilerfolge zeigen können.
- Kommuniziere Form und Kriterien der Prüfung im Voraus – Überraschungen gehören nicht zur kompetenzorientierten Beurteilung.
Beispiel
Zum Hundsgrotten-Phänomen im Naturwissenschaftsunterricht wird nicht nur nach der Formel für Kohlenstoffdioxid gefragt, sondern verlangt, mit einem eigenen Experiment Evidenz für oder gegen eine Theorie zu sammeln und dies im Lernjournal argumentativ zu begründen.
Stolpersteine
- Rein geschlossene Aufgaben prüfen oft nur die unterste Stufe des Wissens.
- Aufgaben, die zufällig auch andere Fähigkeiten verlangen (z. B. schnelles Lesen bei einer Matheprüfung), verzerren das Ergebnis für Lernende mit anderen Schwierigkeiten.
- Ohne vorherige Kommunikation der Kriterien wird eine Prüfung schnell als willkürlich erlebt.
Fachliche Grundlage: Hanni Lötscher, Markus Roos, «Kapitel 6.3.6», in Lötscher, Naas, Roos (Hrsg.), Kompetenzorientiert beurteilen, hep 2023 — eigenständig bearbeitet und neu formuliert. Quelle & Lizenz (CC BY 4.0).