Ein Standortgespräch führen
Passt zu: Kommunizieren
Was
Ein Standortgespräch ist eine ausführlichere, geplante Rückmeldung zum Lernstand – meist zwischen Lehrperson und Lernendem, teils mit Eltern. Es geht über spontanes Feedback hinaus und schafft Raum für Reflexion und gemeinsame Zielsetzung.
Direkt nutzbar: Mit dem Protokoll-Generator erstellst du eine Gesprächsvorlage mit deinen Abschnitten (Selbsteinschätzung, Stärken, nächste Schritte …), druckst sie als PDF, exportierst sie als Word-Datei oder teilst sie per Link — ohne Login.
Wann einsetzen
Periodisch (z. B. pro Semester) oder anlassbezogen, wenn ein vertiefter Austausch über den Lernstand sinnvoll ist – nicht als Ersatz für laufendes Feedback im Unterricht.
So geht's
- Bereite das Gespräch anhand derselben Kriterien vor, die auch in der formativen Beurteilung galten – keine neuen, überraschenden Massstäbe.
- Lass die lernende Person zuerst selbst einschätzen, bevor du deine Einschätzung ergänzt.
- Strukturiere das Gespräch entlang von Stärken, Entwicklungsfeldern und konkreten nächsten Schritten.
- Halte vereinbarte nächste Schritte schriftlich fest, damit sie überprüfbar bleiben.
- Plane das nächste Gespräch bereits mit ein, damit Entwicklung sichtbar verglichen werden kann.
Beispiel
Vor einem Standortgespräch füllt eine Schülerin ein kurzes Selbsteinschätzungsraster aus; im Gespräch werden Selbst- und Fremdeinschätzung verglichen, und gemeinsam wird ein realistisches Ziel für die nächsten Wochen festgelegt.
Stolpersteine
- Ohne vorbereitete Kriterien wirkt ein Standortgespräch schnell beliebig oder stimmungsabhängig.
- Wenn nur die Lehrperson spricht, bleibt die Selbstreflexion der lernenden Person auf der Strecke.
- Vereinbarungen ohne Wiederaufnahme beim nächsten Gespräch verlieren an Verbindlichkeit.
Fachliche Grundlage: Hanni Lötscher, Markus Roos, «Kapitel 8.4», in Lötscher, Naas, Roos (Hrsg.), Kompetenzorientiert beurteilen, hep 2023 — eigenständig bearbeitet und neu formuliert. Quelle & Lizenz (CC BY 4.0).