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Beurteilungskompass
methode· ca. 10 Min.· formativ

Elaboriertes Feedback geben

Passt zu: Kommunizieren

Was

Elaboriertes Feedback beschränkt sich nicht auf «richtig» oder «falsch», sondern erklärt, woran das liegt und wie es weitergehen kann. Es ist die lernwirksamste Form von Rückmeldung.

Direkt nutzbar: Die Feedback-Formulierungshilfe bietet Satzanfänge zum Kopieren, «Besser sagen»-Beispiele und einen kurzen Selbsttest.

Wann einsetzen

Direkt im Unterricht, in Feedbackgesprächen und bei der schriftlichen Rückmeldung zu Arbeiten – immer dann, wenn eine Rückmeldung tatsächlich zum Weiterlernen beitragen soll.

So geht's

  1. Beantworte drei Fragen: Wohin will die Person? Wo steht sie? Was ist der sinnvolle nächste Schritt?
  2. Beziehe dich auf konkrete, beobachtbare Aspekte der Leistung, nicht auf die Person als Ganzes.
  3. Beginne mit einer Stärke, bevor du auf ein Entwicklungsfeld eingehst.
  4. Formuliere den nächsten Schritt so konkret, dass er sofort umsetzbar ist («übe X anhand von Y»), statt allgemein («mehr üben»).
  5. Gib Raum, das Feedback aktiv zu verarbeiten (z. B. Überarbeitung), statt es nur entgegenzunehmen.

Beispiel

Statt «gut gemacht» erhält eine Schülerin nach einer Präsentation: «Du hast den Text verständlich und deutlich gesprochen, und ein Grossteil war rhythmisch korrekt. Versuch jetzt, die Tonhöhen genauer zu treffen – höre dir die markierten Stellen auf der Aufnahme noch einmal an und sing dazu mit.»

Stolpersteine

  • Reines Lob («super!») fühlt sich gut an, hilft aber kaum beim Weiterlernen.
  • Zu viele Punkte gleichzeitig überfordern – ein bis zwei konkrete nächste Schritte reichen meist.
  • Feedback ohne Gelegenheit zur Verarbeitung (z. B. direkt vor der nächsten Prüfung) verpufft wirkungslos.

Fachliche Grundlage: Hanni Lötscher, Markus Roos, «Kapitel 8.1», in Lötscher, Naas, Roos (Hrsg.), Kompetenzorientiert beurteilen, hep 2023 — eigenständig bearbeitet und neu formuliert. Quelle & Lizenz (CC BY 4.0).